PRODOC: FORSCHUNGSMODUL
«Epistemologie der visuellen und auditiven Dispositive»
Hauptgesuchstellerin:
Prof. Maria Tortajada, Universität Lausanne
Dieses Projekt intendiert eine Erneuerung der historischen Ansätze zum Kino durch die Entwicklung einer Epistemologie visueller und auditiver Dispositive, die zu einen erneuerten Verständnis audiovisueller Phänomene beitragen kann.
Résumé
Für den epistemologischen Ansatz sind die Kennzeichnung und die Klassifizierung der verschiedenen Medien nach bestimmenden Merkmalen – die sie spezifizieren – unzureichend. Die Arbeit basiert auf einer Rekonstitution von Begriffen und Konzepten, die von den visuellen und auditiven Dispositiven einer gegebenen Epoche vorausgesetzt wird, um die Konjunktur, den paradigmatischen Raum oder die «Episteme», die sie bestimmen, aufscheinen zu lassen. Sie legt den Schwerpunkt auf eine Annäherung theoretischer und technischer Quellen wie auch Diskurse, und auf ein Studium der Praktiken einer Epoche. Derartig kreuzt die Forschung Geschichte und Epistemologie. Sie schneidet verschiedene Perioden der Kinogeschichte an: den Augenblick der Entstehung des Kinos zur Wende zwischen dem 20. und 21. Jahrhundert; die Jahre der «Kinogeschichtsschreibung 1910-1960»; den Zeitpunkt einer theoretischen Aufarbeitung des «Dispositiv»-Begriffs in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts.
Ziele
Das Ziel ist es, die epistemologischen Kategorien, die im Verständnis diverser Dispositive – insbesondere in dem des Kinos – am Werk sind, zu analysieren, um diesen paradigmatischen Raum zu konfigurieren, sowohl auf der Ebene eigentlicher instrumentaler Konzepte (des technischen, historischen oder ästhetischen Diskurses) wie auch auf der theoretischer, epistemologischer Konzepte. Es wird darum gehen, Verknüpfungen der Homologie, der Übertragung und Übersetzung zu studieren, die zwischen augenscheinlich weit entfernten Repräsentationssektoren und Sozialpraktiken (wie der Geschichte der Medizin) stattfinden.
Bedeutung
Die Epistemologie visueller und auditiver Dispositive beabsichtigt, ein neues Verständnis grundlegender Phänomene der audiovisuellen Welt vorzuschlagen. Ohne der zu vagen Bedeutung der «Modernität» nachzugeben, die schnell kumulativ und komparativ wird, geht es darum, ein rigoroses Verständnis dieser Konjunktur vorzuschlagen und sie in ein Wissen einzuschreiben, das über das Kino hinausreicht, aber zu dessen sichersten Ausdrücken das Kino gehört. Ein Verständnis des Kinos in Begriffen des «Dispositivs», mit einer konkreten, positiven Dimension, die sich an den Begriff bindet, aber gleichzeitig an seine theoretische Dimension, das wäre der Weg, diese neue Reflexion zu verknüpfen.