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PRODOC: FORSCHUNGSMODUL

«Dispositive und Rezeption»

Hauptgesuchsteller: Prof. Dr. François Albera, Universität Lausanne

Dieses Projekt erforscht die Rezeptionssituationen und –figuren, wie sie die audiovisuellen Dispositive des Internets und der TV-Realität setzen. Sie sollen sowohl durch ihre medialen Aktualisierungen wie auch durch die Vektoren der Diskurse und des soziokulturellen Imaginären erfasst werden, die sie selbst generieren.

Résumé
Dieses Projekt konzentriert sich auf die Rezeption der zeitgenössischen audiovisuellen Dispositive. Es will erforschen, wie bestimmte Medien (das Internet, die «TV-Realität», die Videoüberwachung) durch eine Reihe diskursiver Netze und soziokultureller Praktiken verstanden werden, die die traditionellen Begriffe des Zuschauers, des Publikums, des Dispositivs oder des Werks verändern und neu definieren. Diese Studie betrachtet einerseits die Rezeption dieser Dispositive in ihren multiplen Überschneidungen mit dem Kino, andererseits untersucht sie Objekte, die Praktiken und Anwendungen, die diese Interaktionen beinhalten. Die Forschungen gliedern sich in zwei Teilaspekte: Der erste, «Le cinéma saisi par l’Internet», beleuchtet die populäre und wissenschaftliche Rezeption des Internets in Bezug auf das Kino; der zweite, «L’imaginaire de la ‹télé-réalité› dans le sillage du cinéma? Entre modèle local, francophonie et standardisation», analysiert die Gesamtheit der Diskurse, die als Reaktion auf bestimmte Sendungen der TV-Realität publiziert und im frankophonen Sprachraum produziert wurden.

Ziele
Es geht darum, die Interaktionen zwischen dem Kino und aktuellen audio-visuellen Produktionen zu untersuchen. Diese eignen sich das Kino wieder an, um es nach diversen Modalitäten zirkulieren zu lassen, die von den Medien selbst entworfen wurden (digital, televisuel). Die Untersuchung der Phänomene der Migration oder der Überführung der Medien in jeweils andere sollte erlauben, bestimmte Paradigmen und determinierende Konzepte (wie das «direct», den «Realismus», die «Globalisierung» und die «Interaktivitiät», etc.) neu zu definieren.

Bedeutung
In einem Kontext, in dem das Kino sich vermehrt in hybriden medialen Formen ausbreitet, wären zeitgenössische Erscheinungen – die ein bestimmtes kulturelles und soziales Imaginäres voraussetzen und generieren – unbedingt einer allgemeinen Reflexion zur Geschichte der audio-visuellen Dispositive unterziehen. Dieses Projekt beabsichtigt, die heuristische Produktivität eines theoretischen Modells aufzeigen, das um einen dreigeteilten Dispositiv-Begriff (Maschinerie-Zuschauer-Repräsentation) entwickelt wird, der so auf den Aspekt der Rezeption audio-visueller Produktionen angewendet wird. Der innovative Charakter dieser Forschung liegt in seiner Artikulation zwischen Rezeptionsstudie und epistemologischer Analyse der Dispositive, die in ihrer jeweils historischen, diskursiven und metapsychologischen Tragweite gefasst werden.