FD

Matthias Uhlmann


Filmzensur im Kanton Zürich nach 1945

Abstract


Im Analyserahmen der «Kinoöffentlichkeit» (C. Müller u. H. Segeberg) soll die historische Rezeption des Film- und Kinowesens im Kanton Zürich seit 1945 anhand des Kräftespiels zwischen vier Faktoren rekonstruiert werden: Behördliche Regelwerke und ihre impliziten moralischen und sozialen Normvorstellungen, die Filmdistribution und einheimische Filmproduktion, verschiedene Teilpublika und spezifische Rezeptionsformen sowie die publizistische Begleitung ergeben ein Spannungsfeld, in welches die filmzensorischen Reglemente und Entscheide als Kristallisationspunkte eingesetzt werden. Im Zentrum stehen prominent verhandelte Fälle der Zürcher Filmzensur, in denen sich die verschiedenen Diskurse exemplarisch bündeln, womit der Wandel der Wirkungsannahmen verschiedener Konsumationsformen von Filmen nachgezeichnet und die staatliche und ästhetische Kontrolle einer kulturellen Erscheinung und ihrer Publika problematisiert werden soll.

Curriculum Vitae


Geboren 1972, eidgenössische Matura, einige Semester Studien in Philosophie und Kunstgeschichte, dann Berufslehre als Sortimentsbuchhändler. 1999–2009 Studium der Deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft, Filmwissenschaft und Kriminologie an der Universität Zürich, Abschluss mit einer Lizentiatsarbeit zur Filmzensur im Kanton Zürich von den Anfängen bis 1945; daneben langjährige Tätigkeit als Antiquariatsbuchhändler. Ab Mai 2010 Teilnahme am ProDoc «Kino und audiovisuelle Dispositive: Diskurse und Praktiken» mit einem Dissertationsprojekt zur Zürcher Filmzensur seit 1945.

Projekt betreut von


Prof. Dr. Jörg Schweinitz und Prof. Dr. Margrit Tröhler, Universität Zürich

Promotion HS 2017

Publikationen